Kategorie: Verspätet – oder entschleunigt

Zwei Leben

Ein Leben, das ich seh, und kann erfassen,
wie es so vorwärts treibt in meiner Zeit.
Ein anderes will mich nicht ruhen lassen,
verknüpft Erlebtes, stets empfangsbereit.

Die Wirklichkeit für mich liegt doch in beiden;
sie ist auch manchmal nicht recht zu begreifen.
Auch kann ich sie verständlich kaum in Worte kleiden,
weil die Gedanken simultan durchs Grosshirn streifen.

Der Traum verwirklicht plötzlich die Gedanken
zu wirren Szenen, die ich nie erlebt.
Und dann verwischen sich die Schranken
der beiden Leben, die zu einem dann gewebt.

Weite Dünen

Wenn weite Ufer Sand verteilen,
bilden sich Dünen in dem Wind,
die mit der Zeit dann weitereilen,
bis sie zur Ruh gekommen sind.

Dann klammert Gras den feinen Sand
mit Wurzeln fest an einem Ort,
und überlässt den weiten Strand
dem Wind, der trägt die Körnchen fort.

Im Spiel der Elemente können
sich neue Dünen so erheben.
Der Sand scheint vor uns herzurennen
als würde er tatsächlich leben.

Unwetter

Unwetter künden sich stets an.
Die Vögel stellen sich drauf ein:
bevor man Stürme sehen kann
lassen sie Balzgesänge sein.

Uns Menschen fehlt der Sinn dazu,
wir merken’s erst, wenn wir was sehen
und wähnen uns in aller Ruh.
Oft überrascht uns das Geschehen.

Doch hilft uns wiederum der Geist,
der forscht und findet und erlaubt,
dass man auf Unwetter hinweist
per Satellit. Man sieht und glaubt!

Unregelmäßig

Bist du pedantisch, unterliegst du starren Zwängen,
die du dir oftmals selber auferlegst.
Sie können dich in der Entfaltung dann einengen,
bis du von selbst Veränderung erwägst.

Auch die Natur kennt Regeln und Gesetze,
doch bricht sie immer wieder unerwartet aus.
Und diese Möglichkeiten sind die Schätze,
aus denen Leben sprießt in Saus und Braus.

Von selbst gestutzt wird Überschwang natürlich
durch alles was sich nebenher entwickelt.
So bleibt die Ordnung wie von selbst gebührlich
in ihren Schranken. Manchmal nur gestückelt.

Tief blicken

Auf uns’re Lage kommt es an,
wie weit Gedanken schweifen.
Nicht in der Ferne liegt sodann,
was wir gewiss begreifen.

Aus der Tiefe kommen oft
die Inspirationen,
deren Vollendung man erhofft
mit Taten, die sich lohnen.

Schmunzeln kann mit viel Humor
wer in pikanter Lage
seine Ruhe nicht verlor.
Was man so sieht, bleibt vage.

Spätsommer

Der Sommer ist, wie immer, schnell vorbei,
doch zählt man auch im Herbst noch Sonnentage,
dann ist uns der Kalender einerlei,
nur fortgesetzter Regen eine Plage.

Viel mehr genießen wir Momente,
in denen Sonne scheint und uns noch wärmt,
erinnern uns verborgener Talente,
vergessen leichter was uns sonst verhärmt.

Spätsommerlicher werden wir so älter.
Die Lust am Leben gibt ihm ihren Sinn.
Gefühle werden jedenfalls nicht kälter.
Und jeder Sonnentag ist ein Gewinn.

Selbst ständig

Der Mensch von heute lebt modern.
Technologie bestimmt das Leben.
Ein Smartphone in der Hand hat gern
wer den Mensch von Welt will geben.

Man ist verbunden durch die Links,
man “like”t und “dislike”t was man sah.
Doch übersieht man allerdings
was direkt nebenan geschah.

Das Selbst im Zentrum seiner Welt
im Bild für andre festzuhalten,
man selbst das Phone in Händen hält
zum eignen Postkartengestalten.

Nun stellt sich mir die bange Frage,
was, wenn ein Stromausfall global
uns Menschen bringt in Urzeit Lage?
Leben wir dann wie früher mal?

Reste

Wenn du nicht weißt wohin mit Sachen,
kannst du vielleicht ein Kunstwerk machen.
Greif dir Ideen aus dem Kopf,
nimm Stiefel mal als Blumentopf.

Dabei musst du nun nur bedenken:
der Aufstellung Beachtung schenken!
Die Farben sind nicht einerlei,
jedoch an Stiefeln braucht’s nicht zwei.

Dieser Anblick spricht von Trauer,
zumal vor einer grauen Mauer.
Kaputte Stiefel, schlappe Pflanzen
sind kein Kunstwerk im Großen Ganzen.

Per aspera ad astra

Nach einer rauen Zeit mit Depressionen
wirst du doch wieder Lebensgeister spüren.
Das Licht zu sehen wird sich immer lohnen,
wenn dich Gedanken in die Weite führen.

Der Weg aus deinem Kopf in helle Welten
zeigt Möglichkeiten, die dir sonst verborgen.
Leben schreibt Regeln, die für alle gelten,
und die vertreiben Einsamkeit und Sorgen.

Sieh zu der Sonne auf und zu den Sternen,
dann werden deine Sorgen klein.
Du musst sie gar nicht ganz entfernen,
um selber wieder groß und frei zu sein.