Kategorie: Vergessen – nicht vergeben

Winterhafen

Die Lust am Segeln leicht vergeht,
wenn Minusgrade schocken.
Auch wenn, wie hier, kein Lüftchen weht,
kann’s keinen Segler locken.

So haben Fischer ganz allein
im Hafen das Vergnügen.
Es müssen Fischerboote sein,
die noch im Wasser liegen.

Es kommen Köche einfach dann
sogar in Winterzeiten
an Fische frisch vom Boot heran,
die sie fangfrisch bereiten.

Wind von achtern

Wenn der Wind von achtern weht
und die See so mit dir geht,
schaust du gern nach vorn ins Licht.
Das Hinten int’ressiert dich nicht.

Dunkle Wolken mögen lauern,
auch eventuell mit Schauern,
doch du weißt, der Horizont
lockt dich weiter ganz gekonnt.

Und der Wind ist jetzt mit dir.
Danken kannst du ihm dafür,
dass er schiebt beim Wellenritt.
Und die Gedanken fliegen mit.

Wenig Wasser

Mit nur wenig Wasser lässt sich leben,
aber für das Leben im ganz Allgemeinen
ist Wasser als Bestandteil essentiell gegeben.
Es löst und spült vom Kopf bis zu den Beinen.

Wir wollen also gerne Wasser loben,
und nutzen es zum Waschen und zum Trinken.
Nur wenn zuviel des Regens kommt von oben,
mögen wir nicht in Wasserflut versinken.

Zu viel oder zu wenig schlägt wie immer
das Gleichgewicht eher zum Schlechten aus.
Und bei Naturgewalt wirkt dies noch schlimmer,
Dürre wie Sintflut töten Mann und Maus.

Wasser, Luft und Licht

Wenn dich ein Unwetter erwischt
auf hoher See, kein Land ringsum,
und die Wellen weiß von Gischt,
fühlst du dich doch klein und dumm.

Die Luft erlaubt sich Kapriolen:
verstummt Sekunden, um erneut
ganz gewaltig auszuholen,
mit ohrbetäubendem Geläut.

Wasser von unten und von oben
beschränkt die Sicht, du fährst fast blind.
Wenn alle Elemente toben,
denkst du, dass Häuser besser sind.

Von der Blüte zur Frucht

Meist ist die Blütezeit vorbei,
wenn Früchte langsam reifen,
von Blütenblättern endlich frei,
die locker sich abstreifen.

Die Menschen reifen erst heran,
bevor sie richtig blühen.
Dann merkt man, was ein Mensch so kann.
Er muss sich nur bemühen.

So ist’s bei ihm die Blütezeit,
die viele Früchte bringt.
Zum produktiven Tun bereit
zeigt er was ihm gelingt.

Unwirklich

Manchmal scheint sie zu verrückt,
die Farbe, die das Licht verbreitet.
Doch jeder Maler ist entzückt,
weil sie zum Festhalten verleitet.

Was die Natur aus freien Stücken,
doch oft nur kurze Zeit, vollbringt,
kann in dem Zeitfenster beglücken
den Maler, dem es doch gelingt.

Die Wirklichkeit wird überzogen,
betont, was unwirklich erscheint.
So wird, was wahr ist, doch gelogen,
und farbenfroh zu Kunst vereint.

Überblick

Mit Anstand hat man stets den Überblick,
hält sich zurück und schießt nicht sofort scharf.
Zurückhaltung gilt immer noch als schick,
weil man nicht alles einfach äußern darf.

Beredtes Schweigen wird auch so verstanden.
Ein Augenausdruck kann kommunizieren
wie andere zum Beispiel Reden fanden,
die hohl erscheinen, auch von hohen Tieren.

Die Höflichkeit gebietet oft zu lügen,
wenn man einmal nicht schweigen kann.
So wird man andre und sich selbst betrügen,
denn Schmeicheleien kommen meistens an.

Torfabbau

In abertausenden von Jahren
wuchs im Moor der Torf
und wurde später abgefahren,
zum Wohlstand für das Dorf.

Zuerst als Brennstoffe sogar,
gepresst in kleinen Ballen,
und dann in Gärten Jahr um Jahr,
der Pflanzen Wohlgefallen.

Jedoch was Pflanzen heute lieben
war vieler Pflanzen Tod,
die eben einfach liegenblieben.
Da war Natur im Lot.

Tiefgreifend

Tiefgreifende Maßnahmen verändern die Lage.
Meistens entsteht, wie hier, ein Loch.
Hast du zu tiefgreifendem Sinn eine Frage,
verstehst du ‘s vielleicht, passieren tut’s doch.

Von oben herab greift was kommen soll zu.
Du freust dich, bist du jetzt noch nicht betroffen,
genießt vorerst einmal deine Ruh’,
doch der Maßnahmen Ende ist immer offen.

Am längeren Hebel sitzen die Reichen
und haben die Übersicht über den Berg.
Sie bestimmen was oder wer muss weichen.
Der “kleine Mann” bleibt eben nur ein Zwerg.

Stürmisch

Ein leiser Hauch bewegt die Blätter,
kräftiger Wind die Äste auch.
Jedoch bei stürmisch starkem Wetter
biegt sich der Stamm von Baum und Strauch.

Da hilft das Wurzelwerk zu halten
bis dass das Erdreich sich bewegt.
Und wenn Orkanes Kräfte walten,
hat sich manch Baum schon flach gelegt.

Wenn der Sturm auch noch gewirbelt
sich um alte Eichen dreht,
wurden sie schon abgezwirbelt,
und jede Rettung kam zu spät.