Kategorie: Gedichte – Gereimte Ungereimtheiten

Wer’s glaubt

Die Spatzen pfeifen es vom Dach,
die Störche klappern eher.
Die Spechte klopfen, sind vom Fach!
Mir täte der Kopf weher.

Wer alles glaubt was man so sagt,
der kommt bestimmt ins Grübeln.
Vielleicht ist’s besser, wenn man wagt,
mal etwas zu verübeln.

Selbst die Presse, ganz neutral,
weiß gewiss nicht alles,
wenn geschickt sie uns verbal
verkauft den Kern des Falles.

Wem man vertraut und wem man glaubt
entscheidet man persönlich.
Jeglicher Illusion beraubt
verzweifelst du gewöhnlich.

Un-wetter

Wann immer dunkle Wolken drücken,
sieht der Mensch zum Himmel auf.
Muss er sich unter Schirme bücken,
beschleunigt er flott seinen Lauf.

Doch wenn dann alle Wetter toben,
hilft gar nichts mehr, er muss gesteh’n,
dass ab und zu der Blick nach oben
doch besser wär als rauszugehn.

Man mag es glauben oder lassen,
das Wetter schlägt uns auf die Launen.
Wir mögen es bisweilen hassen,
so wie auch Wetterfrösche staunen.

Jedoch die Silbe “Un-” vorm Wetter
ist un-logisch eigentlich.
Sie macht es weder schlecht noch netter.
“Un – wetter – artig “! Fürchterlich!

Ungesalzen

Ungesalzen aber lecker
führt dich hier der Weg zum Bäcker.
Ist der Blick etwas gesenkt,
wirst du in den Shop gelenkt.

Und tatsächlich geht der Blick
vom Smartphone ohne extra Click
eher Richtung Boden heute
als auf das Gesicht der Leute.

Dabei ist es doch recht fade,
und auch eigentlich zu schade,
wenn das Salz des Lebens leidet
und man die Begegnung meidet.

Kommunikation ist wichtig,
Leben nicht vergessen richtig.

Umstände

Um Stände herum auf dem Markt
findet reges Treiben statt.
Umständlicher ist es, wenn man parkt,
und feststellt, dass ein Reifen platt.

Andere Umstände sind bisweilen
beschwerlich durch Zusatzgewicht,
denn wo du früher konntest eilen,
gelingt es in Umständen nicht.

Eventuell hörst du auch sagen,
unter Umständen ging was klar,
und kostet auch nicht Kopf und Kragen,
wenn der Umstand günstig war.

Stände allerdings gibt’s kaum mehr,
bis auf die, die Wert drauf legen.
Heute regiert das schnöde Geld sehr
und der Zwang, es anzulegen.

Darum frag ich grad heraus:
was machen nun Umstände aus?

Uhren

Jedes Kind lernt, dass die Uhr
wichtig ist zum Leben.
Sie gibt Takt an, sachlich stur.
Wehe sie liegt daneben.

Pünktlichkeit ist eine Zier,
die uns anerzogen.
Kommst du exakt um halb vier,
ist man dir gewogen.

Doch ich denke, die Natur
lässt sich locker dehnen.
Dort zählt nur die inn’re Uhr,
und die tickt in Genen.

Lebensspannen vorgegeben
für die Pflanze und das Tier,
auch dem Menschen Zeit zum Leben.
Und das nicht um Punkt halb vier!

Tigerschnecke

Frag mich mal, wie ich sie finde,
die Tigerschnecke, so entdeckt.
Sie ekelt mich, sag ich gelinde,
und beinah hätt’ sie mich erschreckt.

Manche meinen, sie würd’ nützen,
and’re Schnecken zu vertreiben,
doch hat man diese dann in Pfützen
zu Hunderten? – Kaum zu beschreiben!

Schädlingsbekämpfung biologisch
will vorher überlegt sein nämlich.
Vergisst du nur ganz zoologisch
das Nahrungsnetz, wird’s äußerst dämlich.

Wer hier wen frißt und wird gefressen
ist überhaupt nicht einerlei.
Und hast du einen Teil vergessen,
ist später groß das Wehgeschrei.

Sei kein Frosch

“Sei kein Frosch” sagt man, um Mut zu machen.
Woher der Spruch wohl kommt, kannst du hier sehen.
Du fürchtest, and’re könnten lachen,
wenn du dich traust hinauszugehen.

So bleibst du lieber im Versteck geborgen,
schaust nur mal, wie die Welt sich zeigt.
Doch du steckst fest hier in den eig’nen Sorgen,
und ahnst nicht, wer wohlwollend zugeneigt.

Erst wenn du mutig springst aus deiner Hülle,
die scheinbar schützend dich zuerst umgibt,
erwartet dich des Lebens weite Fülle,
vielleicht sogar ein Mitmensch, der dich liebt.

Sehsack

Natürlich braucht ein Mensch zum Sehen
ein Fernglas, dass er weiter schaut.
Er braucht dann selbst nicht weit zu gehen,
wenn er nur seinen Augen traut.

Doch täuscht das Glas über die Nähe,
so dass der Mensch nicht fassen kann,
wen er grad vor sich stehen sähe,
ob Hund und Katze, Frau und Mann.

Ein Seesack allerdings ist praktisch.
Du fasst ihn an, du packst hinein
was seetauglich und reisetaktisch
statt Koffer soll elastisch sein.

Könnte ein Seesack dann noch sehen
was mit ihm weiterhin geschieht,
würde er dann auf Reisen gehen,
weil er im Schrank rein gar nichts sieht?

Schnirkelschnecken

Vielseitig ist ihr Hausdesign.
Die Streifen sind mal breit, mal fein.
Leicht sind sie zu entdecken,
die kleinen Schnirkelschnecken.

Vegetarisch sind sie alle.
Was mich freut in diesem Falle,
da sie weder sehr gefräßig,
und ihr Schaden mittelmäßig.

Im Gegensatz zu nackt Verwandten,
die nicht mal Nutzpflanzen erkannten,
gönnt man diesen kleinen Wesen,
dass sie fressen und genesen.

Die Gehäuse sind zudem,
wenn sie leer sind, auch genehm.
Nur ahne ich nicht mein Gefühl,
würden sie doch einmal zu viel.

Sausack

Wenn jeder, der ein Sausack wär,
so freundlich grinsen würde,
wär unser Leben nicht so schwer.
Lächeln nimmt jede Hürde.

So eine kleine Schweinerei
ist besser als ‘ne große.
Das ernste Lebensallerlei
ist nicht nur braune Soße.

Da fehlt der Tüpfel auf dem “i”,
ein kleines bisschen Sahne.
Anderen schaden jedoch nie,
nicht als Sausackkomane!